
Mikroplastik: kleine Veränderungen, große Wirkung
Besonders deutlich zeigt sich das zum Beispiel bei Verpackungen. Aber auch bei Textilien geht der Trend zu synthetischen Fasern.
Schlechtes Abfallmanagement, achtlos weggeworfener Müll, Wäsche, Mobilität und vieles mehr führen jedoch dazu, dass sich Plastik in der Umwelt anreichert.

MIKROPLASTIK
Kunststoffpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind, heißen Mikroplastik. Es entsteht auf unterschiedlichen Wegen: Entweder zerfallen größere Kunststoffstücke durch Umwelteinflüsse wie Niederschlag, Temperaturen und Sonneneinstrahlung in immer kleinere Partikel, oder sie gelangen bereits als Mikroplastik in die Umwelt.
Der nachweislich größte Anteil an Mikroplastik gelangt durch den Abrieb von Autoreifen und Bremsen in die Umwelt. Auch Textilien aus synthetischen Fasern wie Polyester gehören zu den primären Emissionsquellen. Pro Waschgang gelangen durchschnittlich mehrere hunderttausend Mikrofasern mit dem Abwasser in die Kläranlagen. Je nach technischem Stand filtern diese einen großen Teil der Mikropartikel heraus, die dann im Klärschlamm landen. Das Problem: Klärschlamm wird wiederum häufig zum Düngen von Feldern genutzt. So belastet Mikroplastik zunehmend sowohl unsere Böden als auch die Meeresökosysteme.
Kleinste Kunststoffstücke lassen sich inzwischen auf dem ganzen Planeten nachweisen: vom arktischen Schnee über alpine Böden bis in die tiefsten Ozeane.
Zudem weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass Mikroplastikpartikel schwer abbaubare organische Schadstoffe im Wasser binden, etwa Pestizide. Nehmen Meereslebewesen diese Partikel auf, gelangen sie in die Nahrungskette, und die Schadstoffe reichern sich weiter an. Welche Folgen diese weitgehend unsichtbare Bedrohung für unser Ökosystem hat, kann die Forschung bislang nicht abschließend sagen.
KLEINE VERÄNDERUNGEN, GROSSE WIRKUNG
Die gute Nachricht: Wir alle können etwas dazu beitragen, dieses Problem zu verringern. Deshalb haben wir ein paar Tipps für deinen Alltag zusammengestellt:
- Nutze, wann immer es geht, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel statt des Autos.
- Textilien: Achte beim Kleiderkauf auf Naturfasern statt synthetischer Fasern, denn Naturfasern können sich in der Umwelt abbauen. Bei Sport- und Bademode ist das meist nicht möglich. Deshalb empfehlen wir, synthetische Kleidung so selten wie möglich und von Hand zu waschen oder die Waschmaschine gut zu füllen, damit weniger Abrieb entsteht. Der Wäschebeutel Guppyfriend filtert Mikrofasern direkt aus dem Waschwasser.
- Vermeide Einwegplastik und unnötige Verpackungen, indem du immer deine eigenen Boxen und To-go-Becher mitnimmst.
- Viele Cremes, Peelings, Duschgels, Zahnpasten und ähnliche Produkte enthalten noch immer Mikroplastik. Mit der App CodeCheck kannst du Kosmetik zum Beispiel auf Mikroplastik prüfen.
Mehr Inspiration für einen plastikfreien Alltag findest du zum Beispiel bei Plastic Free July oder im Plastikfrei-Blog.
Und vergiss nicht: Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, beim Konsum und im Alltag bewusst zu entscheiden und mit kleinen Veränderungen viel zu bewirken.






