Anruf
+49 (0)40 21998887
Kontakt
service@mymarini.com
Store Information

Montag bis Freitag 09.00h - 16.00h

Richtungen

Eppendorfer Weg 86, 20259 Hamburg/Germany

Eppendorfer Weg 86, 20259 Hamburg/Germany

Montag bis Freitag 09.00h - 16.00h

Entschleunigung

Die Wolken türmen sich auf. So eindrucksvoll wie die Wellen, bevor sie brechen. Das Surfbrett wippt ruhig hin und her. Einatmen. Ausatmen. Unter dir bewegt sich die Natur tosend und bestimmt. Jetzt! Lospaddeln. Rechts. Links. Bis das Brett genauso schnell ist wie das strömende Wasser. Den richtigen Moment spüren und dich abdrücken, aufstehen. Gleiten. Fliegen. Momente wie diese sind selten. Momente, in denen man an nichts anderes denkt und nur im Hier und Jetzt ist. In unserem Alltag sieht die Welt oft anders aus: Wir haken im Kopf schon die To-do-Liste des nächsten Tages ab, rennen dem Bus hinterher und lassen uns vom ständig aufleuchtenden Smartphone ablenken. Der Kopf ist voll, das Herz rast. Wir leben in einer Welt, in der Stress zum Statussymbol mutiert ist.

WIR SOLLTEN DAMIT AUFHÖREN

Eigentlich ist Stress eine hilfreiche Erfindung der Natur: In einer vermeintlichen Gefahrensituation setzt der Körper Hormone wie Adrenalin und Kortisol frei. Die Atmung wird schnell und flach, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an – der ganze Körper reagiert. Das Problem beim vermeintlich „hippen“ Dauerstress: Wir kommen nicht mehr zur Ruhe. Dieses ständige Aktiviertsein hat physische und psychische Folgen – von Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten über Magen-Darm-Beschwerden und ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout.

Warum setzen wir uns diesen Gefahren aus? Anerkennung? Sozialer Druck? Perfektionismus? Sicher ist: Wir sollten damit aufhören. Und stattdessen lernen, mit unseren eigenen Ressourcen, unserer Energie und Gesundheit, besser hauszuhalten. Denn letztendlich bleibt genau das auf der Strecke, wonach wir alle streben: ein erfülltes Leben.

AUF DER WELLE REITEN

Ein erster Schritt, um das Leben zu entschleunigen, ist, innezuhalten und achtsam zu sein: Wo bin ich gerade? Was mache ich? Wie fühle ich mich dabei? Ein besonders wirksames Werkzeug sind ganzheitliche Sportarten, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen trainieren. Das kann eine Surf-Session im tobenden Ozean sein, aber auch eine Runde Bouldern in der Halle oder die Yoga-Sequenz im eigenen Wohnzimmer. Wichtig ist, dass man sich bei den Trainingseinheiten konzentriert und den ganzen Körper einsetzt – und so den Rest der Welt für einen Moment vergisst.

„Man kann die Wellen nicht aufhalten, aber man kann lernen, auf ihnen zu reiten.“ Dieses Zitat des emeritierten Professors Jon Kabat-Zinn findet man als Wandinschrift in so manchem Surfcamp – die Bedeutung reicht aber viel weiter als bis zum nächsten Strand. Kabat-Zinn gilt als Begründer der modernen Achtsamkeitsphilosophie. Die Basis dafür schuf er bereits 1979 mit der „Mindfulness-Based Stress Reduction“ (MBSR). Ziel des Programms ist es, den gegenwärtigen Moment des Lebens in all seiner Schönheit oder mit all seinen Problemen bewusst zu erkennen, anzunehmen und einen angemessenen Umgang damit zu finden.

„Achtsamkeit besagt im Wesentlichen, dass jeder einzelne Moment unglaublich einmalig ist. Keiner ist besser als der andere. Es geht vielmehr um die Frage, wie wir mit den erfreulichen und den unerfreulichen Momenten umgehen und den anderen, die gerne übersehen werden“, so Kabat-Zinn in einem Interview mit dem Schweizer Sender SRF. Der Wissenschaftler sieht Meditation als allgemeine Behandlungsmethode für vielfältige Krankheitsbilder und als Weg, sich mit der eigenen Erfahrung anzufreunden, „sodass man zu einem bestimmten Grad das Auf und Ab eines Lebens steuern kann – mit vollem Bewusstsein und einem gewissen Maß an Gelassenheit und Mitgefühl für sich selbst“.

WENIGER IST MEHR

Was ist wirklich wichtig? Eine weitere zentrale Frage, um Achtsamkeit und Entschleunigung zu lernen. Indem wir unser Leben von Unnötigem und störenden Einflüssen befreien, können wir alle Platz für die wichtigsten Dinge im Leben schaffen: für Gesundheit, Beziehungen, Leidenschaft, Wachstum und dafür, einen wirklichen Beitrag zu leisten. Darin liegt der erste Schritt zu wahrem Glück. Es geht nicht darum, weniger zu besitzen, sondern Entscheidungen bewusster zu treffen. Dieser Prozess beginnt damit, den eigenen Konsum zu hinterfragen, und erstreckt sich auf das ganze Leben und alle Optionen, die es mit sich bringt – weniger Frustkäufe, mehr Qualitätsprodukte, weniger Stress, mehr Inspiration.

Wir brauchen nicht viel, um erfüllt zu leben. Manchmal reichen schon ein Backpack, ein Surfbrett und etwas Mut. Denn das Leben ist ein Abenteuer: Es bricht sich über uns wie eine tosende Welle und beschenkt uns mit einem Regenbogen in der aufstäubenden Gischt. Was den Unterschied macht, ist unsere Einstellung dazu. Öfter mal Nein sagen, öfter mal durchatmen, öfter mal etwas sein lassen. Was wirklich wichtig ist, ist ein bewussterer Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt. Denn Achtsamkeit beginnt bei uns – und Glück sowieso.